Fahrradprojekt für zugewanderte Schüler:innen

Projektzeitraum:
seit August 2024
Förderquote:
über 70 % der Gesamtkosten
Projektart:
Lebenshilfe, Sport
Partner:

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Begünstigte:

zugewanderte Schüler:innen der Dortmunder Berufskollegs

Der Verein schul.inn.do setzt sich dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen in Dortmund unabhängig von Wohnort und sozialer Herkunft gute Bildungschancen haben und unterstützt mit dieser Mission unter anderem auch das Projekt „angekommen in deiner Stadt Dortmund“, in dem nach Deutschland geflüchtete Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren auf ihrem Bildungsweg und bei ihrer Freizeitgestaltung unterstützt werden.

 

Viele geflüchtete Jugendliche sind nicht in der Lage, (sicher) Fahrrad zu fahren und können dies auch nicht ohne Weiteres lernen, da ihnen kein Fahrrad zur Verfügung steht. Da oft außerdem nur rudimentäre Kenntnisse der hiesigen Verkehrsregeln und -schilder vorhanden sind, wäre eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr mit großen Gefahren verbunden. Dies ist sehr schade, da die Jugendlichen mit Fahrrädern deutlich mobiler und selbstständiger wären und auch in einem größeren Radius aktiv sein und Angebote wahrnehmen könnten.

 

Aus diesem Grund hatte das Team vom Projekt „angekommen“ in Kooperation mit dem Robert-Schuman-Berufskolleg die Idee, ein Fahrradprojekt mit dem Motto „Zwei Räder, viele Chancen“ zu etablieren, das im August 2024 gestartet ist. Den Schüler:innen der Dortmunder Berufskollegs sollten für den „Fahrradunterricht“ passende Fahrräder bereitgestellt werden, mit denen sie dann Schritt für Schritt das Fahrradfahren lernen: „In strukturierten Unterrichtseinheiten und Workshops werden zunächst in gesicherter Umgebung die motorischen Grundlagen erlernt. […] Durch das darauffolgende Sicherheitstraining stellen wir sicher, dass sich die Jugendlichen im Straßenverkehr angemessen verhalten und Gefahrensituationen richtig einschätzen“, hieß es im Förderantrag. Anschließend sollten gemeinsame Ausflüge unternommen werden, bei denen die Schüler:innen auch längere Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen und die Umgebung besser kennenlernen konnten. Im Sinne der Integration der geflüchteten Schüler:innen könnten auch deutsche Schüler:innen an den Ausflügen teilnehmen.

 

Doch bevor es soweit war und die Schüler:innen losradeln konnten, musste einiges geschehen:

 

Als Ort zur Unterbringung der „Fahrrad-Flotte“ war der Keller von Adam’s Corner ausgesucht worden. Hier finden Angebote für zugewanderte Jugendliche im Übergang von Schule in Beruf statt und es besteht eine gute Vernetzung mit den Dortmunder Berufskollegs. Hier kam Torre Timpte, Lehrer am Robert-Bosch-Berufskolleg und als abgeordnete Lehrkraft bei Adam’s Corner aktiv, ins Spiel: Er entwicklete ein Konzept für die Umgestaltung und Renovierung des Kellers, sodass dieser sinnvoll für den Fahrradunterricht genutzt werden kann.

 

„Zuerst richtete er eine Fahrradwerkstatt ein – ein wichtiger erster Schritt, denn die neuen Räder waren nur vormontiert. Pedale mussten angebracht, Lenker gerichtet, Bremsen kontrolliert und jede Schraube nachgezogen werden. Dann baute Timpte Radaufhängungen an die Wände, um den Platz optimal zu nutzen, befestigte alte Bohlen und montierte Fahrradhaken. Schließlich sägte er Bänke passend für den Keller zurecht, um Warte- und Sitzgelegenheiten für die Schüler zu schaffen, die dort Anweisungen erhalten oder auf die Ausgabe der Räder warten.“ (Auszug aus dem Projektbericht) Unterstützung erhielt Herr Timpte von den Mitarbeitenden von Adam’s Corner.

 

Die Anschaffung der neuen Fahrräder ging deutlich schneller von statten. Mit fast 10.000,- Euro hat ProFiliis die benötigten Mittel zur Anschaffung von 25 Fahrrädern bereitgestellt. Von anderer Stelle wurden Helme und Fahrradschlösser finanziert.

 

„In der letzten Woche vor den Osterferien war es schließlich so weit: Torre Timpte machte sich gemeinsam mit seinen Schülern auf die erste Ausfahrt mit den neuen Rädern. Ziel der Radtour war der Kaiserberg am Phoenix-See, von dem aus sich eine großartige Aussicht auf die Dortmunder Umgebung bot. Nach einem Picknick ging es über den Emscher-Radweg in Richtung Schultenhof und von dort zurück zum Projekt. Timpte meinte: ,Es ist schon spannend, was so eine kleine Tour bei den Schülern auslöst. Einige von ihnen sind noch nie so weit aus Dortmund rausgekommen oder haben die Natur so intensiv erlebt. Und dazu kommt das Gefühl, mühelos dahinzugleiten. Einfach nur schön!‘“ (Auszug aus dem Projektbericht)

 

Nach den Osterferien kann das Fahrradprojekt nun richtig starten und die Schüler:innen der Dortmunder Berufskollegs können gemeinsam mit ihren Lehrkräften die Fahrradflotte nutzen. Auf diese Weise erlernen die Jugendlichen nicht nur eine neue Fortbewegungsmethode kennen, sondern werden so auch mobiler und unabhängiger – ein wichtiger Schritt für ein selbstständiges Leben in Dortmund.

 

sh

 

Umbau des Fahrradkellers


Erste Fahrradtour


Scheckübergabe


Bericht aus dem Newsletter vom Projekt angekommen (Nr. 33)


Weiteres zum Projekt

Neues

Fahrradprojekt für zugewanderte Schüler:innen

Der Verein schul.inn.do setzt sich dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen in Dortmund unabhängig von Wohnort und sozialer Herkunft gute Bildungschancen haben und unterstützt mit dieser Mission unter anderem auch das Projekt „angekommen in deiner Stadt Dortmund“, in dem nach Deutschland geflüchtete Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren auf ihrem Bildungsweg und bei ihrer Freizeitgestaltung unterstützt werden.

 

Viele geflüchtete Jugendliche sind nicht in der Lage, (sicher) Fahrrad zu fahren und können dies auch nicht ohne Weiteres lernen, da ihnen kein Fahrrad zur Verfügung steht. Da oft außerdem nur rudimentäre Kenntnisse der hiesigen Verkehrsregeln und -schilder vorhanden sind, wäre eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr mit großen Gefahren verbunden. Dies ist sehr schade, da die Jugendlichen mit Fahrrädern deutlich mobiler und selbstständiger wären und auch in einem größeren Radius aktiv sein und Angebote wahrnehmen könnten.

 

Aus diesem Grund will das Team vom Projekt „angekommen“ in Kooperation mit dem Robert-Schuman-Berufskolleg ab August 2024 ein Fahrradprojekt etablieren. Den Schüler:innen werden für den „Fahrradunterricht“ passende Fahrräder bereitgestellt, mit denen sie dann Schritt für Schritt das Fahrradfahren lernen: „In strukturierten Unterrichtseinheiten und Workshops werden zunächst in gesicherter Umgebung die motorischen Grundlagen erlernt. […] Durch das darauffolgende Sicherheitstraining stellen wir sicher, dass sich die Jugendlichen im Straßenverkehr angemessen verhalten und Gefahrensituationen richtig einschätzen.“ (Auszug aus dem Förderantrag) Anschließend werden gemeinsame Ausflüge unternommen, bei denen die Schüler:innen auch längere Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen und die Umgebung besser kennenlernen. Im Sinne der Integration der geflüchteten Schüler:innen können auch deutsche Schüler:innen an den Ausflügen teilnehmen.

 

Wichtiger Bestandteil des Fahrradprojektes ist ehrenamtliches Engagement. Sowohl bei beim Fahrrad-, Sicherheits- und Verkehrstraining als auch bei Reparaturen und der Verwaltung der Fahrräder werden ehrenamtliche Mitarbeitende eingesetzt.

 

Um den Schüler:innen für das Training geeignete Fahrräder zur Verfügung stellen zu können, soll eine „Fahrradflotte“ aus 25 Fahrrädern eingerichtet werden. Außerdem sollen 30 Helme und ausreichend Fahrradschlösser angeschafft werden. Zudem sollen einige kleine Umbauten bzw. Erweiterungen der Fahrradwerkstatt vorgenommen werden. Insgesamt entstehen so Kosten in Höhe von 13.800,- Euro. ProFiliis übernimmt die Anschaffungskosten für die Fahrräder und stellt hierfür fast 10.000,- Euro zur Verfügung.

 

sh

Presse