Projekte

Freizeit

Spielgelände für Elterncafé am Borsigplatz

„Stern im Norden“ – hinter diesem klangvollen Namen steht ein gemeinnütziger Verein, der sich für Kinder, Jugendliche und Familien in Dortmund einsetzt. Die Hauptwirkungsstätte des Vereins liegt im Borsigplatzviertel in der Dortmunder Nordstadt, was den Namen „Stern im Norden“ erklärt. 

 

Seit über zehn Jahren bietet der Verein ein Elterncafé als Begegnungsort an, das von bis zu 40 Eltern und 60 Kindern im Alter von 0 bis 5 Jahren besucht wird: „Für die Kinder gibt es Frühförderung durch Spiel- und Lernangebote, die besonders die emotionalen, sozialen und sprachlichen Kompetenzen der Kinder stärken. Für die Eltern besteht neben dem Austausch bei Kaffee und Tee die Möglichkeit zur allumfassenden Beratung und Unterstützung: Bei Behördengängen, dem Ausfüllen von Anträgen, in Erziehungs- und Gesundheitsfragen, in Notsituationen, bei schulischen Themen oder der Suche nach geeigneten Vereinen für die Kinder – das Team aus haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden hat immer ein offenes Ohr. Gemeinsam entsteht so ein interkulturelles Miteinander, in dem alle voneinander lernen und von den Ressourcen aller Anwesenden profitieren.“ (Projektbeschreibung bei Spendobel

 

Im Jahr 2023 wuchs nun der Wunsch, den Außenbereich des Vereinshauses umzugestalten und vielfältig nutzbar zu machen. Um für dieses Vorhaben finanzielle Unterstützung zu erhalten, hat sich der Verein Stern im Norden an das Dortmunder Spendenparlament Spendobel gewendet und wurde unter die zehn Jahresprojekte 2024 gewählt, sodass auf diesem Weg Spenden gesammelt werden konnten. Zur Erklärung: Einmal im Jahr werden von Spendobel zehn soziale Projekte ausgewählt und jeweils ein Spendenziel definiert (in diesem Fall: 13.500,- Euro). Dann können Privatpersonen, Stiftungen oder auch Unternehmen für die einzelnen Projekte spenden und das Geld wird gesammelt, bis das Spendenziel erreicht ist. Auf diese Weise können schon kleine Beträge ganz zielgerichtet einem bestimmten Projekt zu Gute kommen. Ziel ist es, dass durch mehrere Einzelspenden das große Spendenziel erreicht wird.

 

Spendobel wiederum wendete sich dann im Jahr 2024 an ProFiliis und beantragte die finanziellen Mittel in Höhe von 5.000,- Euro für die Baumaßnahmen und Anschaffungen, die für die kleinen Besucher:innen des Elterncafés geplant sind, um ihnen im Freien „Raum für Spiel, Lernen, Abenteuer und Begegnung“ zu bieten (aus dem Förderantrag von Spendobel).

 

Als die Umbauarbeiten am Außengelände begonnen, kamen leider schnell zusätzliche Herausforderungen ans Licht: Bevor der geplante Sandspielbereich errichtet werden konnte, musste darunter ein Entwässerungssystem eingebaut werden, da nur so eine dauerhafte und sichere Nutzung des Geländes gewährleitstet werden kann. So verzögerten sich die weiteren Arbeiten und es dauerte schließlich bis zum April 2025, bis alle Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden konnten. Am 13. Mai 2025 war es endlich soweit und es konnte Eröffnung gefeiert werden: „Entstanden ist ein sehr schöner Spielbereich für Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren mit Spielgeräten, einer Sitzgruppe und einem Sonnensegel zum Schutz, der das Elterncafé sinnvoll ergänzt. Die Maßnahme wurde von den Familien sehr positiv und dankbar aufgenommen und bietet den Kindern nun vielfältige Spielmöglichkeiten im Sichtfeld der Eltern und in einem sicher abgegrenzten Bereich.“ (aus dem Abschlussbericht von Spendobel)

 

Das ProFiliis-Team konnte sich im Rahmen der Eröffnungsfeier selbst ein Bild von dem neuen Außengelände beim Stern im Norden machen und freut sich, dass den Kindern nun mit Sandkasten, Wippe, Wackeltieren und mobilen Spielgeräten zahlreiche Spielmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

 

sh

 

Spielgelände für Elterncafé am Borsigplatz
Dortmund - Innenstadt-Nord
Spendobel
Kultur

Open Band Projekt

„Den richtigen Ton treffen und im Leben einen guten Rhythmus finden – darum geht es in dem ‚Open Band Projekt‘“. (Förderantrag GrünBau)

 

Mit diesem wohlklingenden Satz fasste die GrünBau gGmbH den Kern ihres neuen Projektes zusammen: Von April bis Dezember 2024 fand einmal pro Woche ein offener Musiktreff statt, bei dem unter qualifizierter Anleitung Instrumente ausprobiert und erlernt werden konnten sowie die eigene Stimme erprobt werden konnte.

 

Musikunterricht ist recht kostenintensiv und kommt daher als Freizeitgestaltung für viele wirtschaftlich benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene nicht in Frage. Hier hat GrünBau mit diesem Projekt gegengesteuert und den jungen Menschen Zugang zu Musikunterricht und somit zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung verschafft. Die Jugendlichen machten in diesem Rahmen nicht nur positive Gruppenerfahrungen, sondern erlebten sich auch als selbstwirksam, was sich auch auf Herausforderungen in allen anderen Lebensbereichen positiv auswirken kann. Außerdem stellt die eigene Musikalität auch eine außergewöhnliche Form des Ausdrucks mit einer besonderen Kraft dar, die die jungen Menschen über das Open Band Projekt entfalten konnten. Ein besonderer Ansporn für die Teilnehmenden: Wer besonders fleißig übt, bekommt ein Instrument geschenkt, mit dem er oder sie auch zu Hause musizieren kann. Hiervon versprechen sich die Verantwortlichen einen langfristigen positiven Einfluss im Leben der Teilnehmenden.

 

Die Zielgruppe des Open Band Projektes waren 16- bis 25-Jährige, die an Angeboten der Jugendsozialarbeit der GrünBau gGmbH teilnehmen. Sie sind auf Grund ihrer Lebensumstände häufig von sozialer Teilhabe ausgeschlossen, sodass eine aktive Freizeitgestaltung ohne konkrete Unterstützung schwierig bis unmöglich ist. Außerdem existiert für diese Altersgruppe kaum bildungskulturelle Förderung.

 

Im Projektzeitraum von April bis Dezember 2024 haben insgesamt 50 junge Menschen an dem Open Band Projekt teilgenommen, die zum Teil zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt ein Instrument oder Mikrofon in ihren Händen gehalten haben. Im Durchschnitt nahmen zwölf Jugendliche an den wöchentlichen Übungsstunden des erfahrenen Musiklehrers David Bartelt teil.

 

David Bartelt arbeitete zu Beginn des Projektes zunächst am gemeinsamen Rhythmus und vermittelte den Teilnehmenden Takt und Rhythmus von Musikstücken, die die Jugendlichen selbst auswählten. Nach dem Ausprobieren verschiedener Instrumente legten sich die Teilnehmenden auf ein Instrument fest, das sie im Rahmen des Open Band Projektes spielen wollten. Ganz nach den individuellen Möglichkeiten brachten die Jugendlichen einzelne Töne, längere Tonabfolgen oder auch komplexere Rhythmen beim gemeinsamen Musizieren ein. Dabei unterstützte neben David Bartelt häufig zusätzlich ein GrünBau-Mitarbeiter, der selbst Gitarre spielt, die jungen Menschen und half ihnen, Fortschritte an „ihrem“ Instrument zu machen. Bereits nach zwei Monaten konnte die Gruppe Musikstücke nachspielen. Neben 35 Jugendlichen, die zum Teil mehrere Wochen regelmäßig an den Musikstunden teilnahmen, nur einmal vorbeischauten oder in unregelmäßigen Abständen zu den Unterrichtseinheiten kamen, hatte sich ein fester Stamm von 15 Teilnehmenden gebildet. Sie verbesserten ihre Fähigkeiten immer weiter und wuchsen als musikalische Einheit zusammen.

 

Das große Finale des „Open Band Projekts“ bildete ein Konzert am 06. Dezember 2024 vor rund 80 Gästen, bei dem der Fleiß der jungen Menschen mit viel Applaus belohnt wurde.

 

Für das Bandprojekt im Jahr 2025 haben bereits mehrere Jugendliche Interesse bekundet.

 

 

Zum Hintergrund:

Die GrünBau gGmbH ist vorrangig in der Dortmunder Nordstadt aktiv und verfolgt das Ziel, „dass jedem Menschen die Chance zukommt, seine Lebensziele in Würde zu verwirklichen und seine Persönlichkeit zu entfalten.“ (Förderantrag GrünBau) Die Verantwortlichen stellten bei ProFiliis einen Förderantrag über 5.750,- Euro für das Honorar des Lehrpersonals und die Instrumente für die Teilnehmenden. Mit Blick auf das Alter der Zielgruppe des Projektes sowie die Satzung der ProFiliis-Stiftung, die eine Förderung von Kindern und Jugendlichen vorschreibt, wurde die Schätzung vorgenommen, dass durchschnittlich 50 % der Teilnehmenden jünger als 22 Jahre alt sein werden und somit mit der Zielgruppe von ProFiliis konform gehen. Dementsprechend hat die Stiftung die Übernahme der Hälfte der beantragten Mittel, also von 2.875,- Euro, zugesagt.

 

sh

Open Band Projekt
Dortmund - Innenstadt-Nord
GrünBau gGmbH
Bildung

Plappermaul sicher im Straßenverkehr

„Lesespaß mit Plappermaul“

 

Diesen fröhlichen Namen hat eine Kampagne der Präventionsfachstelle des Jugendamtes Dortmund, die Kinder und Familien über einen niederschwelligen Zugang an Themen wie Lesen und Vorlesen heranführen möchte; denn: „Lese- und Schreibkompetenz sind wesentliche Schlüsselqualifikationen für einen gelingenden Bildungsverlauf eines Menschen und damit auch für ein selbstbestimmtes und selbstwirksames Leben in unserer Gesellschaft. Die Hinführung unserer Kinder zu einem positiv besetzten Umgang mit Schriftkultur beginnt lange vor der Einschulung. Tagesbetreuung, Kindergarten und insbesondere die eigene Familie sind hier für junge Kinder die wichtigsten Erfahrungsräume.“ (zur Kampagne)

 

Aus diesem Grund wurde das kleine, freundliche Nashorn „Plappermaul“ als Lese-Makottchen ins Leben gerufen. Es verbindet als Identifikationsfigur verschiedene Projekte zur Leseförderung. Ein Bestandteil der Kampagne sind Mini-Bücher, in denen Plappermaul in Dortmund unterwegs ist und Leser:innen bzw. Zuhörende bei seinen Erlebnissen mitnimmt. Ganz nebenbei wird Wissen zu einem bestimmten Oberthema vermittelt. Im Buch „Plappermaul räumt auf“ beispielsweise hat sich das kleine Nashorn „vorgenommen, der EDG beim Aufräumen in Dortmunder Quartieren zu helfen“ (zu allen Plappermaul-Büchern). Hierbei lernen Plappermaul und die Leser:innen etwas über Müllentsorgung und -vermeidung sowie Umweltschutz. Es wurden insgesamt schon drei Bücher veröffentlicht, die zum Teil für Babys, zum Teil für Klein- und Schulkinder geeignet sind.

 

Nun wurde ein neues Buch konzipiert: „Plappermaul sicher im Straßenverkehr“„Das Buch beschreibt den Ausflug einer 1. Klasse einer Evinger Grundschule zur Verkehrspuppenbühne im Westfalenpark“ (Auszug aus dem Förderantrag) und regt zur Auseinandersetzung mit den Themen Verhalten im Straßenverkehr und sicherer Schulweg an.

 

Das neue Plappermaul-Buch wird in den Familienbüros der 12 Stadtbezirke sowie in den Bibliotheken im ganzen Raum Dortmund ausgegeben, im Rahmen von Veranstaltungen in der Polizeipuppenbühne an Vorschulkinder ausgehändigt und in Dortmunder Kitas verteilt. Neben den klassischen Büchern gibt es auch Kamishibaikarten für Vorlese-Theater, Kniebücher und PowerPoint-Präsentationen von Plappermauls Abenteuern. Zusätzlich ist Plappermaul in Lebensgröße bei verschiedenen Veranstaltungen, Angeboten und Leseprojekten anwesend und verteilt in diesem Rahmen die Bücher an Besucher:innen. Neben der Druckfassung in Deutsch wurden Plappermauls Abenteuer im Straßenverkehr online in neun weiteren Sprachen veröffentlicht.

 

Der Großteil der benötigten Mittel wurde vom Fachreferat Familienbildung bereitgestellt. ProFiliis hat mit 5.000,- Euro die bestehende Finanzierungslücke geschlossen und so fast 15 % der Gesamtkosten übernommen.

 

sh

 

 

Plappermaul sicher im Straßenverkehr
Dortmund
Jugendamt Dortmund
Bildung

Auf den Spuren der SS in der Wewelsburg

Für die Mädchengruppe des Ortsverbands Nette des Kinder- und Jugendverbands „SJD - Die Falken“ sind Mahn- und Gedenkfahrten inzwischen ein fester Bestandteil des Jahresprogramms und ergänzen die wöchentliche Beschäftigung mit Themen wie Demokratie, der Entstehung der BRD und dem Nationalsozialismus. „Mit dem Projekt will der OV Nette Jugendlichen, in erster Linie Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die deutsche Geschichte näherbringen.“ (Auszug aus dem Bericht der Falken)

 

Auch für diesen Winter war wieder eine Fahrt geplant: Vom 12. bis zum 14. Dezember ging es für die Gruppe aus 18 Mädchen im Alter von 13 bis 23 Jahren zur Wewelsburg in Ostwestfalen. 

 

Die Wewelsburg wurde – in ihrer heutigen Form – in den Jahren 1603 bis 1609 erbaut, nachdem bereits 1123 erstmals an dieser Stelle eine Burg errichtet worden war. Heutzutage ist die Wewelsburg vor allem wegen ihrer Rolle im Nationalsozialismus bekannt. Zunächst plante Heinrich Himmler in seiner Rolle als Reichsführer der SS, die Wewelsburg in eine Schulungsstätte für SS-Führer aus- und umzubauen. Später wurden Pläne erstellt, hier einen abgeschotteten Versammlungsort für SS-Gruppenführer einzurichten, an dem Veranstaltungen mit zum Teil sektenähnlichem Charakter stattfinden sollten. Obwohl tatsächlich kaum Veranstaltungen hier stattfanden, wurden sehr umfangreich (Um-)Baumaßnahmen vorgenommen. Diese mussten von KZ-Häftlingen des eigens zu diesem Zweck eingerichteten Konzentrationslagers Niederhagen durchgeführt werden. Als im März 1945 ein Ende des Krieges absehbar wurde, befahl Himmler die Sprengung der Burg und der umgebenden Gebäude. Im April 1945 nahmen amerikanische Alliierte die zerstörte Burg ein.

 

Heutzutage befinden sich eine Jugendherberge und ein Museum in der Wewelsburg, das unter anderem die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ zeigt. Hier ist es möglich, sich umfassend über die Geschichte der Wewelsburg zwischen 1933 und 1945 zu informieren.

 

Die Falken-Gruppe kam am Freitagabend in der Jugendherberge in der Wewelsburg an, in der sie die nächsten Tage übernachtete. Nach dem Abendessen versammelte sich die Gruppe am Lagerfeuer im Burggraben und bekam erste Informationen zum Programm der nächsten Tage.

 

Am Samstag erwartete die Gruppe viel inhaltlicher Input: Die Mädchen erhielten vormittags Einblick in die SS-Ideologie sowie den Aufbau der SS und bekamen nachmittags über 3,5 Stunden eine Führung über das Gelände sowie durch das Museum. Anschließend erarbeiteten die Teilnehmerinnen gemeinsam mit ihrem Guide sogar einen Kurz-Rap zu diesem schweren Thema. Am Abend schaute die Gruppe gemeinsam den Film „Napola“, der die Ausbildung in einer nationalpolitischen Erziehungsanstalt thematisiert. So bekamen die Mädchen einen Eindruck, wie eine SS-Ausbildungsstätte in der Wewelsburg hätte aussehen können.

 

Vor der Abreise am Sonntag wurde das Wochenende auf der Wewelsburg reflektiert. „Einhellige Meinung war: Das Wochenende war super.“ (Auszug aus dem Bericht der Falken) – Nicht zuletzt wegen des tollen Guides, mit dem die Teilnehmerinnen bereits jetzt weitere Begegnungen geplant hat.

 

ProFiliis hat den Ortsverband Nette der Falken gerne wieder finanziell unterstützt, sodass möglichst viele Mädchen an dieser wichtigen Gedenkfahrt teilnehmen konnten. Mit fast 1.900,- Euro hat die Stiftung 75 % der entstehenden Kosten übernommen. Der Rest wird durch Teilnahmebeiträge gedeckt.

 

sh

 

Auf den Spuren der SS in der Wewelsburg
Dortmund - Mengede
SJD - Die Falken, Ortsverband Nette
Freizeit

Kinder-Ferien-Party 2025

Sechs Wochen Sommerferien! Was für die einen nach Freiheit, Abenteuer und Urlaub klingt, bedeutet für andere Langeweile, Einsamkeit und Monotonie. Um auch Kindern, die nicht in den Urlaub fahren oder mit ihren Eltern spannende Ausflüge unternehmen können, fröhlich Sommerferien zu ermöglich, setzt sich der Verein „Kinder-Ferien-Party Westfalen“ seit 1970 ein.

 

So fand vom 14. bis zum 25. Juli 2025 zum 53. Mal die Kinder-Ferien-Party statt und die Helmut-Körnig-Halle in Dortmund verwandelte sich in ein buntes Spieleparadies!

 

30 verschiedene Sport-, Spiel- und Kreativstationen lockten die jungen Besucher:innen aus ganz Dortmund an, um hier einige fröhliche Stunden zu verbringen. Über Fußball, Basketball und Hockey bis hin zu Minigolf blieben keine sportlichen Wünsche offen. Zusätzlich konnten sich die Kinder und Jugendlichen auf einer Hüpfburg austoben. Aber auch für alle, die lieber kreativ werden, war bestens gesorgt: Bastel- und Farbstationen erlaubten jede Menge künstlerischen Spaß.

 

Betreut, angeleitet und begleitet wurden die jungen Besucher:innen an den Sport-, Spiel- und Kreativstationen durch etwa 30 Helfende und fünf Pädagog:innen.

 

Zusätzlich zum „alltäglichen“ Programm fanden Sonderaktionen statt. So wurden beispielsweise Kinderzirkustage angeboten, es gab Kochkurse zum Thema gesunde Ernährung und eine Bikeschule war vor Ort, um den Kindern und Jugendlichen Tricks auf dem Fahrrad beizubringen.

  

Gerne hat ProFiliis die Kinder-Ferien-Party auch im Jahr 2025 unterstützt, um zu einer fröhlichen und abwechslungsreichen Ferienzeit für Dortmunder Kinder und Jugendliche beizutragen. Konkret finanzierte ProFiliis folgende Positionen mit insgesamt 9.600,- Euro:

 

Kinderzirkustage: Im Kinderzirkus ging es nicht nur um sportlich-akrobatische Fähigkeiten, sondern auch darum, eigene Talente und Grenzen kennenzulernen. Die phantasievolle Welt des Zirkus‘ ermöglichte es den Kindern, sich kreativ auszuleben und sich und vielleicht bis dahin verborgene Talente neu kennenzulernen. Die Kinder konnten neue Bewegungserfahrungen machen und sich als Teil einer Gruppe erleben.

 

Aktion „Gesundes Kochen mit Kindern“: Kinder, die beim Kochen gesunder Mahlzeiten einbezogen werden, können nicht nur ein deutlich besseres Verständnis für Lebensmittel und gesunde Ernährung entwickeln, sondern auch Fähigkeiten, die beim Kochen wichtig sind, wie Planung und Geduld. Bei der Kinder-Ferien-Party wurden gemeinsam mit einigen Kindern verschiedene Speisen zubereitet und anschließend zusammen probiert.

 

Bikeschule: Wie schon im Vorjahr war wieder ein Team der Bikeschule Fun-Ride bei der Kinder-Ferien-Party vor Ort. „Diese professionelle Schule fördert die Fertigkeiten und Kenntnisse rund ums Mountainbiken, BMX und die Radfahr-Kunst im Allgemeinen. Die Angebote wurden professionell geführt, individuell auf die Teilnehmer angepasst und berücksichtigten das unterschiedliche Niveau unserer jungen Gäste. Sowohl Anfänger:innen als auch Fortgeschrittene kamen auf ihre Kosten und haben Fertigkeiten und Kenntnisse jeglicher Art, rund um den Sport, erlernt.“ (Auszug aus dem Sachstandsbericht des Vereins „Kinder-Ferien-Party e.V.“)

 

Kreative Basteltage: Für Kinder ist es eine tolle Erfahrung, wenn sie mit ihren eigenen Händen etwas erschaffen. Dieses Erleben ermöglichten den jungen Besucher:innen verschiedene Bastelaktionen, in denen der Kreativität der Kinder Raum gegeben wurde und ihnen zugleich auch Nachhaltigkeit vermittelt wurde. Das Team der Kinder-Ferien-Party zieht eine positive Bilanz und konnte die Weiterentwicklung verschiedener Fähigkeiten beobachten:

 

  • „Soziale Fähigkeiten – Der Umgang mit anderen Kindern wurde im Projekt in besonderer Weise vermittelt. Hierbei spielten Offenheit im Umgang mit anderen, Respekt und Toleranz eine besondere Rolle.
  • Es fördert die Feinmotorik, die Konzentration und die Geduld, die Vorstellungskraft und die Problemlösungsfähigkeit.
  • Kreatives Basteln ist eine wertvolle Lernerfahrung, die über das reine Handwerk hinaus die ganzheitliche Entwicklung unserer jungen Gäste unterstützt.“

 

Insgesamt war die Kinder-Ferien-Party auch im Jahr 2025 wieder ein tolles Erlebnis und eine gelungene Ergänzung des Ferienprogramms in Dortmund.

 

Zum Hintergrund:

Vor über 50 Jahren gründete sich der Verein Kinder-Ferien-Party Westfalen e. V., mit dem Ziel, ein buntes Sommerferienprogramm für Kinder durchzuführen. Insbesondere da es sich nicht alle Familien leisten können, in den Sommerferien zu verreisen, ist es den Vereinsmitgliedern ein großes Anliegen, für alle Kinder kostenlos tolle Aktivitäten anzubieten. 

 

sh

Kinder-Ferien-Party 2025
Dortmund
Kinder-Ferien-Party Westfalen e.V.
Lebenshilfe

[U25] Online-Suizidprävention

In Deutschland nimmt sich durchschnittlich alle 56 Minuten ein Mensch das Leben. Das sind in Summe mehr Menschen, als durch Drogen, Verkehrsunfälle und HIV zusammen sterben. Durchschnittlich lässt jede:r dieser Menschen sechs Angehörige zurück. *

 

Nach wie vor ist Suizid ein großes Tabu-Thema in der Bevölkerung. Die Menschen sind oftmals allein gelassen mit ihren Sorgen, wissen nicht, wem sie sich anvertrauen können, da Vorurteile den Dialog erschweren. Freunde und Verwandte, denen ein solcher Gedanke offenbart wird, sind oftmals vollends mit der Situation überfordert, wissen nicht, ob sie mit jemand anderem darüber sprechen oder versuchen sollen, das Problem des Gegenüber kleiner zu reden.

 

Knapp 15 % der Suizidfälle in Deutschland wird von jungen Menschen begangen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Eben für diese Gruppe gefährdeter Menschen wurde das Beratungsangebot von [U25] ins Leben gerufen. Ein sogenanntes „Help-Mail-System“ bekommen die Hilfesuchenden bis 25 Jahre in akuten Krisen kostenlose, anonyme und zeitlich unbegrenzte Unterstützung via Mail. Besonders hierbei ist, dass die beratenden Personen (sogenannte Peers) selbst zwischen 16 bis 25 Jahre alt sind. Die Peers werden vor ihrem Einsatz 3 – 6 Monate geschult und engagieren sich ehrenamtlich in dem Projekt. Im Austausch via Mail kann so über Sorgen und Ängste der zu beratenden Personen gesprochen werden, im Hintergrund tauschen die Peers sich in Fallbesprechungen mit dem Fachpersonal von [U25] aus.

 

ProFiliis unterstützte die komplette Maßnahme im Jahr 2019 mit finanziellen Mitteln in Höhe von 10.400, - Euro und unterstützte so die Arbeit des [U25]-Teams: Knapp 140 junge Menschen suchten Hilfe und Unterstützung bei [U25], insgesamt 21 Peers begleiteten die jungen Menschen in dieser Zeit per Mail.

 

Um die Suizidprävention auch im Jahr 2020 anbieten zu können, hat die ProFiliis-Stiftung zugesagt, das Projekt auch in diesem Jahr mit finanziellen Mitteln in Höhe von 11.000, - Euro zu unterstützen. 

 

sf

[U25] Online-Suizidprävention
Dortmund - gesamt
[U25] Online-Suizidprävention Dortmund, angebunden an den SkF e. V.
Bildung

„Hallo Schule“ – Lernferien für Erstklässler:innen

Der Übergang vom Kindergarten oder aus dem Elternhaus in die Grundschule ist für Kinder eine aufregende Zeit: Abschied vom gewohnten Umfeld und bekannten Begleiter:innen, Neugier auf die Schule und vielleicht auch ein paar Sorgen mit Blick auf so viel Neues und Ungewisses.

 

Die Gestaltung dieses Übergangs und des Schuleintritts ist sehr wichtig, um den Grundstein für die weiteren Bildungschancen eines Kindes zu legen. Denn wenn ein Kind in die Schule kommt und dort in großem Maße Überforderung erlebt, manifestiert sich schnell eine Abwehrhaltung bzw. wird es mit fortschreitender Zeit immer schwieriger, den Anschluss nicht zu verlieren.

 

Hier setzt das neue Programm „Hallo Schule!“ von climb an. Wer die Aktivitäten der ProFiliis-Stiftung schon länger verfolgt, hat gewiss schon von den climb-Lernferien gehört. Das Besondere an „Hallo Schule!“ ist, dass es in den allerersten Schulferien von Erstklässler:innen stattfindet: in den Herbstferien nach der Einschulung. So haben die Lehrkräfte in den ersten Wochen Gelegenheit, die neuen Schüler:innen kennenzulernen und zu erkennen, bei wem Unterstützungsbedarf besteht. Dabei geht es „nicht nur [um] grundlegende Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern auch [um] soziale Umgangsformen und Abläufe, die in der Schule und im gesellschaftlichen Zusammenleben unerlässlich sind: Begrüßen, Jacke aufhängen, [sich] auf den eigenen Platz setzen, Material in Form von Stift und Papier holen, der Lehrperson zuhören, den anderen Kindern zuhören, eigene Bedürfnisse ausdrücken, sich produktiv in Gruppen einbringen usw.“ (aus dem Förderantrag von climb).

 

Haben die Lehrkräfte in diesen ersten aufregenden Schulwochen erkannt, dass ein Kind Unterstützungsbedarf hat, schlagen sie den Eltern eine Teilnahme am climb-Programm „Hallo Schule“ vor. Hier geht es weniger darum, mit den Kindern weiter Lesen und Schreiben zu üben, sondern eher um die Förderung folgender Basiskompetenzen: „Feinmotorik, räumliche Wahrnehmung, Stifthaltung, Reimen und Lautieren, Formen und Farben, Sortieren und Raum-Lage-Wahrnehmung“ (Auszug aus dem Sachbericht von climb) Zusätzlich werden auch die personalen Schutzfaktoren der Kinder gestärkt, die für eine erfolgreiche Schulzeit förderlich sind: Selbstregulation, Zielorientierung, positive Selbstwahrnehmung, positives Sozialverhalten sowie Kreativität und Fantasie.“ (aus dem Förderantrag von climb) Das Team von climb arbeitet kreativ und erlebnisorientiert mit den Erstklässler:innen und ermöglicht ihnen so positive Lernerfahrungen.

 

Um die Kinder im Rahmen des „Hallo Schule!“-Programms begleiten und adäquat fördern zu können, werden verschiedene Materialien benötigt: Schreibmaterialien, Bilderbücher, Bastelmaterial, Rollenspiel-Material,… Für die Betreuung einer Gruppe mit 15 Kindern fallen für die Anschaffung und Vorbereitung des Materials Kosten in Höhe von circa 2.000,- Euro an. ProFiliis hat mit fast 7.800,- Euro die benötigten Mittel für vier solcher „Klassensätze“ zur Verfügung gestellt und demnach die „Hallo Schule!“-Lernferien für 60 Kinder, denen so der Einstieg in die Schule hoffentlich erleichtert werden kann, unterstützt. Alle Anschaffungen, die keine Verbrauchsmaterialien waren, können auch zukünftig für Lernferien genutzt werden. In den Jahren 2024 und 2025 haben an allen climb-Standorten in Deutschland insgesamt über 4.700 Kinder am neuen „Hallo Schule!“-Programm teilgenommen, was zeigt, dass der Bedarf auf jeden Fall gegeben ist.

 

 

Zum Hintergrund:

Die gemeinnützige GmbH climb trägt das, was sie vermitteln möchte, im Namen: clever lernen, immer motiviert bleiben. Unter diesem Motto erhalten Schüler:innen im Rahmen der Lernferien vielfältige Unterstützung. Durchgeführt werden die Lernferien von jungen Erwachsenen (häufig angehenden Lehrkräften oder Pädagog:innen), die den Kindern als freundschaftlich zugewandte Ansprechpartner:innen begegnen, statt in der eher distanzierten Lehrer:innen-Rolle. In einer ressourcenorientierten Lernatmosphäre und mit einem Betreuungsschlüssel von 1:5 kann sehr gut auf die Belange und Bedarfe der/des Einzelnen eingegangen werden und geeignete Unterstützung geleistet werden.

 

 

sh

„Hallo Schule“ – Lernferien für Erstklässler:innen
Dortmund
gemeinnützige CLIMB GmbH
Freizeit

Sommer- und Herbstferienprogramm am Borsigplatz

Die GrünBau gGmbH ist ein wichtiger Akteur der Jugendhilfe in der Dortmunder Nordstadt. Um den Kindern und Jugendlichen ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm in den Sommer- und Herbstferien 2025 zu bieten, wurden verschiedene Angebote geplant und durchgeführt.

 

Die Aktivitäten in den Sommerferien standen unter dem Motto „Sommer@home“ und umfassten drei Angebote, mit denen insgesamt rund 80 Kinder erreicht wurden: eine viertägige Ferienfreizeit, eine Kinderdisko und der Tag der Borsigbiene:

 

15 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren verbrachten vier tolle Tage mit dem Freizeitprogramm rund um den Borsigplatz. Die Kinder haben zwar zu Hause übernachtet, wurden aber im Rahmen der Freizeit durch GrünBau verpflegt und natürlich betreut. Neben einem bunten Programm vor Ort – mit beispielsweise Basteln und Jonglieren – wurden auch Ausflüge unternommen. So besuchte die Gruppe gemeinsam einen Bauernhof, um den Kindern Naturerlebnisse zu ermöglichen. Außerdem war alles auf das Erleben von Gemeinschaft ausgelegt: Es wurde beispielsweise jede Mahlzeit zusammen verbracht und die Kinder planten gemeinschaftlich eine Abschlussparty für ihre Eltern. Obwohl die Gruppe sich erst im Rahmen der Freizeit gebildet hat, arbeiteten die Kinder bei der Vorbereitung und Durchführung der Abschlussparty Hand in Hand und beteiligten sich fleißig an den anfallenden Aufgaben.

 

Weiterer Programmpunkt war die Kinderdisko mit Karaoke am Max-Michallek-Platz. Dieser Ort wurde bewusst gewählt, da er ein beliebter Treffpunkt bei den Kindern, die rund um den Borsigplatz leben, ist. Das Angebot war sehr niedrigschwellig. Es war keine Anmeldung nötig; wer vorbeikam, konnte mitmachen. Über den Nachmittag verteilt, waren rund 40 Kinder anwesend und tanzten und sangen gemeinsam. Die Kinder erlebten eine Stärkung ihres Selbstbewusstseins, wenn sie sich an das Karaoke-Mikrofon trauten und dann von Freunden und auch Unbekannten beklatscht wurden.

 

Am letzten Ferientag stand dann noch ein richtiges Highlight an: der Tag der Borsigbiene. Hierbei handelt es sich um eine ganztägige Aktion für Schulkinder, an dem sich alles um die Biene dreht – die immerhin als drittwichtigstes Nutztier gilt. Das Team von GrünBau rechnete zunächst mit etwa acht bis zwölf Teilnehmenden. Diese Erwartung wurde weit übertroffen: 25 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren nahmen an diesem besonderen und lehrreichen Programm teil. Am Borsigplatz leben sieben Bienenvölker, die die Teilnehmenden an diesem Tag kennenlernen konnten. Außerdem beschäftigten sich die Kinder mit dem Lebensraum der Biene und bekamen Besuch vom BVB-Maskottchen, der Biene Emma. Nach einer gemeinsamen Mittagspause ging es dann spannend weiter und die Kinder machten sich unter Anleitung eines Imkers an die Verarbeitung der Honigernte und lernten das Honigschleudern kennen. Zum Abschluss gab es für jedes Kind ein selbst abgefülltes Glas Honig.

 

Für die Herbstferien wurde – im Rahmen des Projektes „Dock 16 - go for it!“ – ein Fifa-Turnier geplant. „Dock 16 - go for it! ist ein aufsuchende Projekt, das […] junge entkoppelte Menschen im Dortmunder Stadtgebiet erreicht, mit dem Ziel, sie (wieder) an das bestehende Hilfesystem anzudocken. Über die aufsuchende Arbeit und (freizeitpädagogischen) Angebote, werden erste Beziehungen zu den schwer erreichbaren Jugendlichen und jungen Volljährigen geschaffen. Durch die freiwillige Teilnahme an den Angeboten finden Gespräche auf Augenhöhe in einer lockeren Atmosphäre statt, sodass Teilnehmende Vertrauen zu den Mitarbeitenden aufbauen. Im Anschluss erfolgt - bei Bedarf - eine individuelle Beratung der jungen Menschen durch die pädagogischen Fachkräfte.“ (Auszug aus dem Förderantrag)

 

Um noch mehr junge Menschen auf dieses Projekt aufmerksam zu machen, wurde – als möglichst niedrigschwelliger Zugang – das o. g. Fifa-Turnier geplant. Das Playstation-Spiel ist bei jungen Menschen sehr beliebt, sodass ein solches Turnier eine gute Möglichkeit ist, den Kontakt zwischen den Mitarbeitenden von GrünBau und potentiellen Teilnehmenden des Projektes Dock 16 herzustellen. Kleine Sachpreise für die Erstplatzierten des Turniers waren ein zusätzlicher Anreiz zur Teilnahme.

 

Die GrünBau-Mitarbeitenden machten über persönliche Ansprache und mit Flyern während ihrer aufsuchenden Arbeit Werbung für das Turnier. Es meldeten sich insgesamt zehn Jugendliche an, die zum Teil von Freunden begleitet wurden.

 

Zum Turnierauftakt wurden die Regeln und der Ablauf erklärt, bevor Mannschaften und Gegner ausgelost wurden. Dann begann das Turnier und nach eine spannenden K. O.-Phase, zwei Halbfinalen, dem Spiel um Platz drei und dem großen Finale standen die Platzierung fest. Im Rahmen einer Siegerehrung wurden den drei Bestplatzierten ihre Preise überreicht.

 

Das Team von GrünBau zieht ein positives Feedback: „Das Angebot trug zur Beziehungsarbeit mit den Jugendlichen bei und ermöglichte einen positiven, niederschwelligen Austausch. Außerdem bot das Angebot den teilnehmenden Jugendlichen die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen unterschiedliche Bedürfnisse und Meinungen wahrzunehmen, Toleranz und Geduld zu üben, Grenzen, sowie Regeln einzuhalten, sich in verschiedenen Konfliktlösungsmöglichkeiten zu erproben und sich dabei selbst zu erleben.“ (Auszug aus dem Projektbericht)

 

Mit rund 3.700 Euro hat ProFiliis über 50 Prozent der Kosten für die geschilderten Aktionen im Sommer und Herbst übernommen und so zur abwechslungsreichen, spannenden und sinnvollen Freizeitgestaltung der Kinder rund um den Borsigplatz beigetragen.

 

sh

 

Sommer- und Herbstferienprogramm am Borsigplatz
Dortmund - Innenstadt-Nord
GrünBau gGmbH
Sport

Trainingslager für talentierte Schwimmer:innen

Während sich viele Schüler:innen mit Blick auf die Ferien auf Entspannung, Ausschlafen und Nichtstun freuen, stand für 29 Schwimmer:innen des SG Dortmund etwas völlig anderes auf dem Programm: Zur Vorbereitung auf die Saison 2025/26 hat die SG Dortmund für die Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren ein Trainingslager in den Herbstferien geplant. Gemeinsam mit vier Trainer:innen sind die 14 Jungen und 15 Mädchen nach Mallorca (Spanien) gereist und haben dort pro Woche zwölf Schwimm-Trainingseinheiten absolviert und so jeweils rund 70 Schwimmkilometer pro Woche zurückgelegt. Derartige „Stoßbelastungen“ sind wichtig als Vorbereitung für (mehrtägige) nationale und internationale Wettkämpfe.

 

Die Ausstattung des gemieteten Schwimmbads ermöglichte ein tolles Training, wie die 16-jährige Mariia berichtet: „Wir waren in einem Sportzentrum, wo wir sehr gute Trainingsbedingungen hatten. Jeden Tag gab es zwei Einheiten, morgens und nachmittags, mit Aufwärmen, Schwimmeinheit und Nachbereitung. An manchen Tagen hatten wir Möglichkeit die Starts und Wenden mit Kamera aufzunehmen, auch unter Wasser, um später es zu analysieren.“

 

Um nicht nur die sportlichen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen zu verbessern, sondern sie auch als Team stärken zusammenwachsen zu lassen, verbrachten sie zusätzlich zum Training auch ihre Freizeit gemeinsam und haben mit den Trainer:innen Ausflüge in die Stadt und an den Strand unternommen und haben Gesellschaftsspiele gespielt. Ein besonderes Highlight war unser Ausflug zum Strand, wo wir Stand Up Paddeln waren, das hat nicht nur unglaublich Spaß gemacht, sondern auch unseren Teamgeist gestärkt“, erzählt Anni (15 Jahre).

 

Auch Ella (12 Jahre) zieht in ihrem Erfahrungsbericht ein schönes Fazit: „Wir hatten teilweise eine anstrengende, aber auch sehr schöne Zeit im Trainingslager auf Mallorca! Das gute Wetter und das Training in der Sonne trägt viel mehr zur Motivation bei als Training bei schlechtem Herbstwetter im Hallenbad. Zudem war es eine gute Erfahrung, mit der Mannschaft bzw. den Zimmerkollegen rund um die Uhr zusammen zu sein. Ich finde, dass so gegenseitiger Respekt gefördert und Freundschaften gestärkt werden. Neben dem Training hatten wir auch viel Spaß in der Freizeit! Wir waren am Strand und haben im Meer gebadet. Zudem waren wir beim Stand-Up-Paddeln und Kajakfahren. Das hat am meisten Spaß gemacht!“ – Ella, 12 Jahre

 

Die Kosten für dieses Trainingslager waren natürlich nicht unerheblich (Anreise, Unterbringung, Schwimmbadmiete,...). Die drei Vereine, die sich in der SG Dortmund zusammengetan haben, haben einen Teil der Kosten beigesteuert, dennoch hätte sich für die Teilnehmenden so ein Beitrag von über 1.300,- Euro pro Person ergeben. ProFiliis hat Mittel für die Schwimmbadmiete vor Ort und die gemeinsame Freizeitgestaltung bereitgestellt, sodass eine Reduzierung des Beitrags der Teilnehmenden möglich war. Außerdem hat die Stiftung Mittel als individuelle zusätzliche Unterstützung von acht Teilnehmenden aus einkommensschwachen Familien zugesagt. Insgesamt hat ProFiliis das Trainingslager der SG Dortmund mit bis zu rund 10.298,- Euro unterstützt.

 

ProFiliis hat die SG Dortmund bereits im vergangenen Jahr bei der Durchführung eines Trainingslagers in den Herbstferien unterstützt. Den ausführlichen Bericht dazu findet ihr hier. 

 

 

Zum Hintergrund:

Die drei Dortmunder Vereine FS 1898, SV Hellas und SV Westfalen haben ihre Schwimm-Wettkampfabteilungen verbunden und den Verein Startgemeinschaft der Sportschwimmer Dortmund e. V. – kurz SG Dortmund – gegründet. Circa 120 Kinder und Jugendliche sowie rund 30 Masters-Schwimmer:innen, die gemeinsam bei verschiedenen Meisterschaften antreten, sind in der SG Dortmund aktiv. Als Landesleistungsstützpunkt Schwimmen des Landessportbundes NRW ist die SG Dortmund Anlaufstelle für Nachwuchsleistungs- und Spitzensport.

 

sh

Trainingslager für talentierte Schwimmer:innen
Dortmund
SG Dortmund
Humanitärhilfe

Inklusion hörgeschädigter Kinder in Kinshasa (DR Kongo)

Kinshasa ist die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo und mit über 16 Millionen Einwohnern die größte Stadt des Kontinents Afrika. Leider ist die Lebensqualität – wie auch im Rest des Landes – eher gering: „Laut Weltbank leben mehr als 60 Prozent der kongolesischen Bevölkerung in extremer Armut, etwa jedes zwölfte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag. 40 Prozent der Bevölkerung gelten als chronisch unterernährt. Der Welthunger-Index 2022 bewertet die Lage im Land als „sehr ernst“. Das tatsächliche Ausmaß der Krise zu beurteilen ist schwierig, da es an verlässlichen statistischen Daten fehlt.“ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)

 

Auch CBM schilderte die Situation in Kinshasa im Förderantrag ähnlich: So lebe fast die Hälfte der Haushalte in Kinshahsa in Armut und habe nur sehr eingeschränkten Zugang zu Trinkwasser, Strom, Bildung und Gesundheitsdiensten.

 

Für Menschen mit Behinderung birgt dieses – ohnehin schon herausfordernde – Leben besondere Probleme: Sie sind vielen Vorurteilen ausgesetzt, werden diskriminiert und ausgeschlossen. Kinder mit Behinderung werden zum Teil als „Schlangenkinder“ bezeichnet und ihnen wird unterstellt, einen Fluch über die gesamte Familie zu bringen. Um sich vor Ausgrenzung zu bewahren, sehen Eltern von Kindern mit Behinderung zum Teil keine andere Chance, als ihr Kind zu verstoßen. 

 

Für viele behinderte Kinder in Kinshasa kam aufgrund der Ausgrenzungen ein Schulbesuch nie in Frage. Sie haben somit keine positive Zukunftsperspektive und sichern ihr Überleben ausschließlich durch Betteln. Mädchen und Frauen mit Behinderung sind zudem in besonderer Weise von sexuellem Missbrauch bedroht.

 

CBM arbeitet vor Ort bereits seit 30 Jahren mit der Organisation „Villages Bondeko“ zusammen: „Die Armut ist groß in diesem Land und viele Kinder und Jugendliche haben keinen Zugang zu Bildung oder medizinischer Grundversorgung. In staatlichen Schulen haben Kinder mit Hörbeeinträchtigungen meist keine Chance, sie werden ausgelacht und ausgegrenzt. Und genau hier setzt die Arbeit unseres Partners an: Kinder in speziellen Sonderschulen/Kindergärten ihren Bedürfnissen entsprechend zu befähigen, mit dem Ziel, möglichst viele von ihnen in inklusive Regelschulen zu integrieren.“ (Auszug aus dem Projektbericht von CBM)

 

„Villages Bondeko“ setzt sich seit der Gründung 1980 für Menschen mit Behinderung ein und möchte ihnen zu mehr Lebensqualität verhelfen. Aus diesem Grund wurden zu Anfang sechs sogenannte Sonderschulen im Stadtgebiet eröffnet. Inzwischen betreibt Villages Bondeko 34 Kindergärten, Grund- und Sekundarschulen in Kinshasa in 14 der 24 Gemeinden der Stadt. In diesen Einrichtungen werden Kinder mit Behinderungen von frühester Kindheit an betreut, ihnen wird adäquate Bildung angeboten, sie werden in Berufsausbildungen begleitet und so die soziale und berufliche Integration von Menschen mit Behinderung gefördert. 

 

Seit März 2024 und noch bis Dezember 2026 läuft auch aktuell ein gemeinsames Projekt mit CBM und „Villages Bondeko“ in Kinshasa. Im Rahmen dieses Projektes werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen mit Hörbeeinträchtigungen in den Fokus gerückt und gefördert. Hierzu wird unter anderem die Schulausbildung für diese Zielgruppe an 24 öffentlichen „Villages Bondeko“-Schulen verbessert. Zu diesem Zweck wurden folgende Maßnahmen geplant und zum Teil schon umgesetzt:

 

  • Schulung der Lehrkräfte: Bedürfnisse der Schüler:innen besser verstehen und individuelle sowie passende Angebote schaffen
  • Prüfung der Barrierefreiheit an den Schulen
  • Förderung der Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrkräften und Gemeindevertreter:innen
  • Entwicklung neuer Leitfäden und Anpassung der Ausstattung: Lehrmaterial in Gebärdensprache
  • Supervisionsbesuche
  • Reihenuntersuchungen an Schulen zum frühzeitigen Erkennen von Hörproblemen

 

ProFiliis unterstützt diese wichtige Zusammenarbeit von CBM und „Villages Bondeko“ für eine positive Zukunftsperspektive für Kinder und Jugendliche mit Hörbeeinträchtigungen und hat mit fast 25.000,- Euro rund 22 % der gesamten im Jahr 2025 benötigten Mittel zur Verfügung gestellt. So konnten die Kosten der folgenden Maßnahmen gedeckt werden:

  • Organisation eines Hörscreenings für Schulkinder an zehn öffentlichen Schulen in Kinshasa
  • Auswahl von Schulkindern mit Hörproblemen oder dem Verdacht auf Hörverlust für weitere audiometrische Tests
  • Überweisung von Schulkindern mit chronischer Mittelohrentzündung oder anderen Ohrenkrankheiten an einen HNO-Spezialisten zur weiterführenden Diagnose und Behandlung
  • Bildung von Teams aus Technikern oder Gemeindemitarbeitenden, die geschult werden, um Ohren- und Gehörerkrankungen frühzeitig zu erkennen und ggf. frühzeitig an Spezialist:innen zu überweisen
  • Erleichterter Zugang zu Hörgeräten
  • Organisation regelmäßiger Nachsorge und Unterstützung von Schulkindern mit Hörbehinderung und Hörgeräteträger:innen

Ein CBM-Mitarbeiter hat im September eine der 24 „Villages Bondeko“-Schulen in Kinshasa besucht, um sich vor Ort selbst ein Bild der Situation zu machen. Er konnte den Unterricht gehörloser Kinder in sog. „Special Needs“-Klassen besuchen, in denen sie nicht nur Gebärdensprache erlernen, sondern auch gemäß den staatlichen Vorgaben ihre Grundschulausbildung absolvieren. Auf diese Weise konnte an der besuchten Schule bereits 40 Kindern der Wechsel zu einer Regelschule gelingen.

Der CBM-Mitarbeiter konnte außerdem die medizinische Ambulanzen (Logopädie, HNO, Physiotherapie, Neurologie) an der Schule besichtigen, in denen medizinische Fachkräfte aktiv sind und beispielsweise Hörgeräte anpassen oder verteilen.

 

Ein weiterer Projektschritt, der bereits realisiert werden konnte, ist die Gebärdensprache-Ausbildung von Lehrkräften an Regelschulen und deren Ausstattung mit Lehrmaterialien für hörgeschädigte Kinder. So wird ein Wechsel an eine Regelschule für hörgeschädigte Kinder deutlich erleichtert.

 

Einige Regelschulen veranstalten inzwischen einen Tag der offenen Tür zum Thema Inklusion, bei dem unter anderem über Ohrengesundheit informiert wird und Hörtests durchgeführt werden. Kinder mit auffälligem Testergebnis können so direkt an die Ambulanz überwiesen werden, wo durch eine frühzeitige Behandlung dauerhafte Hörbeeinträchtigungen zum Teil verhindert werden können.

 

Das ProFiliis-Team freut sich, mit der oben beschriebenen Förderzusage einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Situation der Kinder und Jugendlichen mit Hörbeeinträchtigungen jeglicher Art leisten zu können und ihnen so gemeinsam mit CBM und „Villages Bondeko“ eine gesellschaftliche Inklusion zu erleichtern. Wir wünschen allen viel Erfolg für die weitere Projektlaufzeit!

 

Zum Hintergrund:

„Die Christoffel-Blindenmission (CBM) ist eine internationale Entwicklungsorganisation für Menschen mit Behinderungen. (…) Ziel der CBM ist es, den Kreislauf aus Armut und Behinderung in Entwicklungsländern zu durchbrechen und für Menschen mit Behinderungen bessere Lebensqualität und Chancengleichheit zu schaffen.“ (Selbstbeschreibung von CBM)

 

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Inklusion hörgeschädigter Kinder in Kinshasa (DR Kongo)
Afrika - Demokratische Republik Kongo
CBM
Humanitärhilfe

Lesecamps in Tansania

Ausgangslage

Das Ministerium für Bildung und Berufsbildung in Tansania (Ostafrika) hat eine Richtlinie festgeschrieben: Jedes Kind in der dritten Klasse soll in der Lage sein, Texte zu lesen und zu verstehen. Dieses Ideal wird jedoch leider nicht überall erreicht. So liegt der Wert, der Drittklässler:innen, die einen Text lesen und verstehen können, beispielsweise in der Region Rukoma im Norden Tansanias nur bei 21 Prozent.

 

World Vision führt in dieser Region bereits das Rukoma Area Programm durch, das auf 15 Jahre ausgelegt ist und bis 2031 in Kooperation mit lokalen Partnern einen Beitrag zur Verbesserung des Wohlergehens von Kindern, ihren Familien und Gemeinden leisten soll. 

 

Im Gebiet des Förderprogramms gibt es 16 öffentliche Grundschulen. Allerdings war die Bildungssituation – wie der oben genannte Wert von nur 21 % verrät – dort nicht besonders gut. Unzureichende Klassenräume und Mobiliar, fehlende Lehr- und Lernmittel sowie mangelhafte Hygiene- und Sanitäreinrichtungen trugen in den meisten Schulen zu einem schlechten Lernumfeld bei. Auch fehlte häufig Lehrpersonal. Insgesamt werden von der Regierung zu wenig Mittel für Bildung in dieser Region bereitgestellt.

 

Rukoma in Tansania

 

Projekt-Maßnahmen

Über das Alphabetisierungsprogramm „Unlock“ wird den genannten Missständen nun entgegengewirkt. Der Name erklärt sich über den Ansatz „Unlock Literacy“, also „Entfalte deine Lese- und Schreibkompetenz“. Über das Programm soll bis 2025 eine Verbesserung des Lernumfelds erreicht werden, den Schüler:innen soll Zugang zu qualitativ hochwertigem Lernmaterial und einer Leseumgebung ermöglicht werden und so die Lese- und Schreibfähigkeiten der Jungen und Mädchen altersadäquat gefördert werden.

  

FOTO UNLOCK LITERACY

Quelle: World Vision

 

Für die Projektregion um Rukoma wurde konkret Folgendes geplant:

 

  • Errichtung und Ausstattung von 13 Lesecamps, in denen die Schüler:innen nach der Schule an Lesestunden teilnehmen können
  • Beschaffung und Verteilung von Starter-Kits für die Lesecamps (Blöcke, Geschichtenbücher, Flipcharts und Sitzmatten)
  • Schulung von Dorfbewohner:innen zu Lesecamp-Betreuer:innen (Verwaltung des Lesecamps und Erstellung von geeigenetem Material)
  • Dokumentation der Nutzung der Lesecamps, um nachhaltigen Nutzen sicherzustellen

 

Zwischenbericht: Mai bis September 2024

Sechs der geplanten 13 Lesecamps befinden sich noch in der Renovierungsphase, werden aber schon von Kindern besucht. Für die restlichen sieben Lesecamps wurden neue Gebäude errichtet, die sich kurz vor der Fertigstellung befinden. Aktuell gibt es Lieferschwierigkeiten bei den Wellblechen für die Dachabdeckung.

 

Für die Ausstattung der Lesecamps wurden bereits über 8.000 Geschichtenbücher angeschafft. Flipcharts und Sitzmatten befinden sich noch im Beschaffungsprozess.

 

Für die Betreuung der Lesecamps wurden 40 Personen geschult und haben Lehrmethoden sowie Ideen zur Erstellung von Lehrmaterialien kennengelernt (s. Fotos).

 

Zur Sicherstellung des nachhaltigen Nutzens der Lesecamps wurden – über die Projektdauer von einem Jahr verteilt – vier Überprüfungen und Berichte geplant, von denen zwei bereits stattgefunden haben.

 

Das Projekt verzeichnet bereits jetzt tolle Erfolge: Vor Beginn des Projektes (März 2024) haben in der Projektregion rund 1.800 Kinder mindestens einmal pro Woche an außerschulischen Leseaktivitäten teilgenommen. Inzwischen trifft dies auf knapp 3.200 Kinder zu, die regelmäßig die neu eingerichteten Lesecamps besuchen (Steigerung um fast 80 %).

 

An den Maßnahmen des Unlock-Alphabetisierungsprogramms haben insgesamt fast 4.700 Kinder teilgenommen. Hier ist eine Steigerung um über 110 % zu verzeichnen: Vor Projektstart haben in einem Quartal rund 2.100 Kinder an derartigen Bildungsangeboten teigenommen.

 

Diese Erfolge sind unter anderem auf mehrere Veranstaltungen zur Sensibilisierung bzgl. der großen Bedeutung guter Lesefähigkeiten für Eltern und Betreuer:innen zurückzuführen.

 

Durch die Einbindung von Gemeindemitgliedern, die gut lesen können und als Betreuer:innen in den Lesecamps geschult wurden, und die Sensibilisierung der Eltern war eine deutliche Verbesserung der Lernsituation der Kinder vor Ort möglich. Es besteht größeres Interesse und auch ein Verantwortungsgefühl bzgl. der Lesecamps, da es den Erwachsenen ein großes Anliegen ist, dass die Kinder gut lesen und schreiben lernen können.

 

Eines der profitierenden Kinder des Unlock-Projektes ist Herifulano. Sie besucht die dritte Klasse und hatte große Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben: „Sie war nicht in der Lage, verschiedene Buchstaben zu verstehen, die Phonetik zu erkennen und Passagen flüssig und verständlich zu lesen.“ (Zwischenbericht World Vision) Seit sie regelmäßig ein Lesecamp besucht, hat sie große Fortschritte gemacht und traut sich inzwischen sogar, vor der ganzen Klasse vorzulesen: „Bevor ich am Rubale-Lesecamp teilgenommen habe, wusste ich nicht, wie man schreibt und liest. Ich habe mich auch nicht getraut, mich vor meine Mitschüler zu stellen und ihnen eine Geschichte vorzulesen, aber nachdem ich das Lesecamp besucht habe, klappt es jetzt gut mit dem Lernen und ich habe viel Selbstvertrauen entwickelt."

 

Abschlussbericht im Oktober 2025

Seit April 2025 ist Projekt zur Verbesserung der Lesefähigkeit der Kinder in der Region Rukoma in Tansania abgeschlossen. Dies wurde zum Anlass genommen, erneut Daten bzgl. der Inanspruchnahme von Lesetrainings und den Lese-Fähigkeiten der Kinder zu erheben:

 

Über 12.000 Kinder sind bei den Lesetrainings registriert, von denen rund 1.200 Kinder an den tiefergreifenden Alphabetisierungsmaßnahmen teilnehmen. „In den letzten 30 Tagen haben 5.215 Kinder (2.793 Mädchen und 2.422 Jungen) mindestens einmal pro Woche an Lesecamps und schulischen Alphabetisierungskursen teilgenommen, verglichen mit 3.174 Kindern […] im dritten Quartal 2024.“ (Auszug aus dem Projektbericht) Das ist eine Steigerung von über 60 %, was zeigt, dass die Kinder das Projekt gerne annehmen.

 

Sowohl personell als auch mit Blick auf das pädagogische Material konnten die Ressourcen aufgestockt werden: „Insgesamt wurden 83 Lehrkräfte (51 Männer und 32 Frauen) sowie 107 ehrenamtliche Betreuungspersonen (26 Männer und 81 Frauen) mit den Methoden von ‚Unlock Literacy‘ vertraut gemacht, um einen effektiven Lese- und Schreibunterricht zu gewährleisten. World Vision verteilte außerdem 8.250 Bilderbücher mit 50 Titeln sowie verschiedene Lern- und Sportgeräte, darunter 39 Springseile, 13 Fußbälle, 13 Netzbälle, 26 Schreibtafeln, 40 Sitzmatten, 39 Anwesenheitslisten, 350 kleine Schreibtische und 13 Eisenkoffer.“ (Auszug aus dem Projektbericht)

 

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Einbindung der Gemeinschaften vor Ort und deren Bereitschaft, Verantwortung für die Lesecamps zu übernehmen: „Während des Berichtszeitraums wurde das Projekt ‚Unlock Literacy‘ auf partizipativer Basis umgesetzt. Das Projekt unterstützte die Lesecamps mit den notwendigen Materialien, während die Gemeinde ausschließlich für die Bereitstellung von Arbeitskräften und lokalen Materialien zuständig war.“ (Auszug aus dem Projektbericht) Die Renovierungen der 13 Lesecamps wurden demnach mit großer Unterstützung durch die Gemeinden und die Eltern der Schüler:innen geleistet. Lediglich Baumaterialien wurden zum Teil von World Vision bereitgestellt.

 

Samstags, wenn die Schulen geschlossen haben, finden im Rahmen des „Unlock Literacy“-Programms Leseclubs für alle Kinder der Klassen 1 bis 3 statt. Einmal pro Woche betreuen vier „Leseclub-Moderatoren“ für 1,5 Stunden durchschnittlich 69 Kinder. Sie ermöglichen ihnen den Zugang zu Lernmaterial und unterstützen sie bei der Verbesserung ihrer Lese- und Schriebfähigkeiten.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass…

…durch die Renovierungsarbeiten, die Lernumgebung verbessert wurde, die Klassenzimmer sicherer und komfortabler wurden und so ein effektiver Alphabetisierungsunterricht möglich ist.

 

…durch die Bereitstellung von ansprechendem Lesematerial ein kinderfreundlicheres und integrativeres Lernumfeld geschaffen wurde und so die aktive Teilnahme an Leseaktivitäten und spielerischen Angeboten gefördert wird.

 

…durch die umfassende Beteiligung der Gemeinde deren Verantwortungsbewusstsein gestärkt wurde. So können die Lesecamps zu einer nachhaltigen Maßnahmen werden und ihre Wirkung für die Mädchen und Jungen langfristig maximiert werden.

 

Und bezüglich des Kernziels des Projekts lässt sich festhalten, „dass der Anteil der Kinder, die einen Text der dritten Klasse mit Verständnis lesen können, von 23 % [in 2023] auf 66 % gestiegen ist.(Auszug aus dem Projektbericht)

 

Die letzte Worte unseres Projektberichtes überlassen wir der neunjährigen Lenia, die von ihren Erfahrungen mit dem Lesecamp in ihrer Gemeinde berichtet:

 

„Mein Name ist Lenia, ich bin neun Jahre alt und wir sind eine Familie mit vier Brüdern und zwei Schwestern. Ich lebe mit meinen Eltern Respicius (Vater, 48 Jahre) und Stella (Mutter, 39 Jahre) zusammen. Unsere Eltern leben von der Landwirtschaft, die unserer Familie nur die Grundbedürfnisse wie Nahrung und Kleidung sichern kann. Leider können die Verdienste aus der Landwirtschaft die Zahlungen der Schulgebühren für meinen Förderunterricht nicht decken. Diese Situation führte dazu, dass ich insbesondere beim Lesen nicht mithalten konnte. Eines Tages, als ich auf dem Heimweg von der Schule war, hörte ich meine Mitschüler über ein „Lesecamp” sprechen. Sie sagten: „Ein Lesecamp ist Teil des lokalen Bildungssystems der Gemeinde und soll die Lesefähigkeiten der Kinder verbessern, damit sie kompetent und flüssig lesen können.” Mein Freund erklärte mir, dass die Lernmethoden im Camp Geschichtenerzählen, Spiele und gemeinsames Lesen umfassen. Ich war sehr daran interessiert, an dem Lesecamp teilzunehmen. Mein Freund erzählte mir auch, dass die Lesecamps von World Vision ins Leben gerufen wurden, um Kindern wie mir zu helfen. Am nächsten Tag bat ich meinen Vater, mich anzumelden, damit ich mit meinen Mitschülern im Lesecamp lernen konnte. Ich wurde mit Freude aufgenommen und fühlte mich sehr geliebt. Der Unterricht begann mit Liedern und verschiedenen Spielen, die uns halfen, uns kennenzulernen und einander näher zu kommen. Seit ich zum Lesecamp gekommen bin, vertrauen mir meine Lehrer und ich habe Selbstvertrauen gewonnen. Ich bin jetzt in der Lage, vor meinen Mitschülern zu stehen und sie in verschiedenen Fächern zu unterrichten. Ich möchte World Vision für die guten Initiativen zur Unterstützung von Kindern danken, insbesondere denen, die sich die Unterrichtsgebühren in privaten Zentren nicht leisten können. Unser Traum ist im Lesecamp in Erfüllung gegangen, und ich bin stolz darauf, zu den Schülern in unserer Klasse zu gehören.“

 

Die Rolle von ProFiliis

Da für die Kinder aus Rukoma eine gute Bildung der Schlüssel für eine Zukunft ohne Armut ist, unterstützt ProFiliis World Vision sehr gerne bei der Durchführung des Alphabetisierungsprogramms und hat zu diesem Zweck mit knapp 55.000,- Euro 100 % der benötigten Mittel bereitgestellt, mit denen unter anderem die Renovierung und Ausstattung von Lesecamps sowie die Bereitstellung von Starter Kits sichergestellt wird. Außerdem hat ProFiliis zum Beispiel Trainings und Workshops für die Betreuer:innen der Lesecamps und verschiedene Maßnahmen zur Qualitätssicherung finanziert.

 

Zum Hintergrund:

World Vision wurde 1979 gegründet und setzt sich seitdem weltweit für die Rechte von Kindern ein, die mit Armut und Ungerechtigkeiten konfrontiert sind. Mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaft versucht World Vision im Leben der Kinder anhaltende Verbesserungen zu erzielen. So werden mit Patenschaftsbeiträgen etwa medizinische Versorgung und der Zugang zu Bildung sichergestellt und im Rahmen der Katastrophenhilfe werden Menschen unterstützt, die zum Beispiel durch ein Erdbeben ihr Zuhause verloren haben. Außerdem setzt sich World Vision auf politischer und wirtschaftlicher Ebene dafür ein, dass die Interessen von bedürftigen Menschen Berücksichtigung finden. Im Jahr 2010 führte World Vision Deutschland 289 Projekte in 51 Ländern durch. „Als Christen unterschiedlicher Konfessionen helfen die Mitarbeiter von World Vision weltweit Menschen in Not, unabhängig von ethnischer Herkunft, Religion oder Nationalität. World Vision Deutschland ist Teil des weltweiten World Vision-Netzwerks, das in fast hundert Ländern aktiv ist.“ (Selbstbeschreibung von World Vision)

 

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Lesecamps in Tansania
Afrika - Tansania
World Vision
Freizeit

Raus aus dem Grau – Das Abenteuer geht weiter

„Inmitten der Betonwüste der Stadt Dortmund, wo das Grau der Gebäude den Horizont zu verschlucken scheint, entstand ein Funken Hoffnung – das Projekt 'Raus aus dem Grau'“. So haben die Zuständigen der AWO Dortmund ihre Projektbeschreibung im Förderantrag eingeleitet. Das beschriebene Projekt richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren aus der Dortmunder Nordstadt, von denen viele Fluchthintergrund oder Migrationsgeschichte haben. Sie sollen aus der Monotonie der Großstadt raus und in die Natur begleitet werden. Der Plan: Im Rahmen eines Campingausflugs soll den Jugendlichen nicht nur die Schönheit der Natur nähergebracht werden, sondern auch die Natur als Ressource (als Ort der Kraft und der Ruhe), die den Jugendlichen kostenlos zur Verfügung steht.

 

Die Zeit in der Natur bietet außerdem die Möglichkeit, das Selbstwertgefühl der Jugendlichen zu stärken. Sie müssen eigenständig ein Zelt aufbauen, mit den Gegebenheiten vor Ort zurechtkommen, sich als Teil der Gruppe einfügen und gleichzeitig in ihr behaupten. Insbesondere da dem Team der AWO die Einbindung der Jugendlichen bei allen Entscheidungen und die partizipatorische Mitgestaltung ein großes Anliegen ist, erleben sich die Jugendlichen als selbstwirksam, was sich positiv auf ihren Selbstwert auswirkt. Außerdem sollen die Fähigkeiten und Stärken der Jugendlichen herausgearbeitet werden, sodass sie in ihrem Alltag gestärkt und konkret an ihren Zukunftsplänen arbeiten können.

 

Konkret wurde es im Juli 2025: „16 Jugendliche, 4 Mitarbeitende, 5 Tage Camping am Fluss Waal in Holland.“ *(dem Projektbericht entnommen) Die Mitarbeitenden sind im Bereich „Streetwork“ des „Jugendtreffs Hafen“ tätig und haben die mitreisenden Jugendlichen in diesem Rahmen kennengelernt.

 

Mit Mietwagen ging es von Dortmund in die Niederlande: „,Vallah ich wusste nicht, ob ich das schaffe, eine ganze Woche ohne mein Bett und ohne Internet!‘ – so startete die Fahrt. Als der Bus die Grenze überquerte, kippte die Unsicherheit in pure Vorfreude.“ *

 

Am Campingplatz angekommen herrscht nach erster Freude über die schöne Umgebung schnell absolutes Chaos, als es an den Zeltaufbau ging: „Stangen kreuz und quer, verschwundene Heringe, Ratlosigkeit. ‚Am Anfang dachte ich KRISE! Zelt kriegen wir nie zusammen.‘“ * Doch dann organisierten sich die Jugendlichen, arbeiteten gut zusammen und so gab es schon am ersten Tag das erste Erfolgserlebnis: „Am Anfang war's nur Chaos, und dann hatten wir ein richtiges Zuhause." *

 

Und dann konnte die „richtige“ Freizeit beginnen. Jeder Tag wurde von der Gruppe gemeinschaftlich gestaltet – sowohl hinsichtlich des Programms als auch der Verpflegung. „Diese Partizipation machte die Jugendlichen zu Gestaltenden, nicht nur zu Teilnehmenden.“ * Die Jugendlichen wurden körperlich aktiv bei anstrengenden Mooncar-Touren mit Gegenwind und beim Spielen am Fluss, sie versorgten sich selbst und sich untereinander beim gemeinsamen Kochen und Grillen, staunten über den Sternenhimmel bei einer Nachtwanderung und wuchsen als Gruppe zusammen bei tiefen Gesprächen im Stuhlkreis. Zwei Programm-Highlights waren der Besuch im Walibi Freizeitpark und im Moco Museum in Amsterdam, wo die Jugendlichen ein ganz neues Bild vom Museum als Kulturort bekamen: „Ich hätte nie gedacht, dass Kunst so cool sein kann!" *

 

Ein völlig ungeplanter und dann doch ganz besonders toller Programmpunkt war Regen! „Statt zu resignieren, tanzten die Jugendlichen im Regen und machten das Beste daraus. ‚Es war so nass und trotzdem so lustig.‘ Dieses Reframing – aus Schwierigkeiten das Beste zu machen – wurde zu einem der wertvollsten Lernerlebnisse.“ *

 

Insgesamt blicken die Begleitenden mit großer Freude auf die Entwicklung der Jugendlichen: „Was als bunt gemischte Gruppe begann, wuchs zu einer Gemeinschaft zusammen. Die Jugendlichen übernahmen Selbstverantwortung, lernten Kompromissbereitschaft und erlebten echte Kooperation. ‚Ich dachte am Anfang, ich halte mich lieber raus. Aber dann habe ich gemerkt, dass die anderen mich wirklich dabeihaben wollen.‘

Die Woche wurde zu einer intensiven Selbstwirksamkeitserfahrung: Ich kann mehr, als ich dachte. Beim Durchhalten auf dem Mooncar, beim Überwinden von Ängsten, beim Sprechen vor der Gruppe. Die Jugendlichen entwickelten Resilienz und lernten, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren. […] Ein Jugendlicher brachte es auf den Punkt: ‚Das hier fühlt sich wie eine zweite Familie an.‘“ *

 

Der Plan, der hinter der Entwicklung des Freizeitangebotes stand, ist aufgegangen: „Die Woche bot ideale Bedingungen für informelles Lernen: Teamfähigkeit, Konfliktlösung, Selbstständigkeit und Empathie entwickelten sich nicht durch Anleitung, sondern durch gemeinsames Erleben.“ *

 

Und auch das Feedback der Jugendlichen und der Wunsch nach einer Wiederholung zeigen, dass dieses Angebot passgenau konzipiert wurde und einen echten Bedarf trifft.

 

Das ProFiliis-Team freut sich, dieses tolle Projekt unterstützt zu haben. Mit insgesamt 7.560,- Euro hat ProFiliis Mittel für den Campingplatz, die Verpflegung und die Eintrittsgelder für die Ausflugsziele sowie für die Mietkosten eines 9-Sitzers und die Anschaffung von Outdoorspielgeräten und Gesellschaftsspielen bereitgestellt.

 

* (dem Projektbericht entnommen)

 

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Raus aus dem Grau – Das Abenteuer geht weiter
Dortmund - Innenstadt-Nord
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